Bischof Cappio
Keine Ableitung des Sao Francisco Flusses in Brasilien
An der Protestaktion haben sich seit dem 14.05.09 4081 Menschen beteiligt
Der 3.000 km lange São Francisco Fluss gilt als die Lebensader Nordostbrasiliens. Als einziger ganzjährig Wasser führender Fluss durchquert er die Trockengebiete des Landes. In seinem Einzugsbereich leben etwa 12 Millionen Menschen. Für 32 indigene Völker ist das Flusstal die Heimat. Die Auswirkungen des Mammutprojekts für Mensch und Natur sind gravierend. Entgegen internationaler Konventionen und der brasilianischen Verfassung wurde die Bevölkerung nicht über das Projekt konsultiert. Die Regierung gibt vor, mit dem Projekt die Wasserversorgung der Bevölkerung zu verbessern, doch Wasserleitungen zu den Dörfer sind innerhalb des Projekts gar nicht budgetiert. Bereits 2006 hat die nationale Wasserbehörde ANA effektivere und deutlich günstigere Alternativen für das monumentale Projekt aufgezeigt. Die dezentrale Wasserversorgung könnte die Bevölkerung in der sonnigen Region viel besser sichern.
In den letzten Jahren hat sich in Brasilien ein breites Widerstandsbündnis gegen die Flussumleitung gebildet, das auch prominente brasilianische Persönlichkeiten unterstützen. Der brasilianische Bischof Luiz Cappio, dem wegen seines Einsatzes zum Erhalt des São Francisco der Kant-Weltbürger-Preis im Mai in Freiburg verliehen wurde, ist ihre Symbolfigur. Die Menschen kritisieren das Entwicklungsmodell der brasilianischen Regierung. Am Oberlauf des São Francisco haben bereits vor Jahren fünf große Staudämme den Wasserlauf des Flusses verändert. Riesige bewässerte Plantagen und eine ungeheure Degradierung der Region waren die Folge: Die Uferwälder wurden zugunsten riesiger Soja-, Zuckerrohr- und Eukalyptus-Monokulturen abgeholzt. Viele Quellflüsse sind ausgetrocknet, der Fluss versandet, Schädlingsbekämpfungsmittel und sanitäre Abwässer vergiften das Wasser und bedrohen die Fische. Das Land konzentriert sich nun in den Händen weniger Großgrundbesitzer, der Zugang zum Wasser wurde monopolisiert, die lokale Nahrungsmittelproduktion und Märkte gehen zugrunde und vergrößern durch Landflucht das Elend in den Städten. Mit der Flussableitung drohen sich die Konflikte dramatisch zu verschärfen.
Zahlreiche von dem Großprojekt betroffene indigene Völker haben gemeinsam mit Umwelt- und Menschenrechts- und kirchlichen Gruppen und Universitäten die Kampagne „Indigene Völker verteidigen den Sao Francisco Fluss gegen die Ableitung“ organisiert. in einer aktuell vorgelegten Studie haben sie die Auswirkungen und Verletzungen ihrer Rechte durch das Projekt untersucht. Die Menschen bitten darum, die nachfolgende Petition zur Durchführung öffentlicher Konsultationen und Bearbeitung der von der Justiz seit Jahren verschleppten gerichtlichen Klagen gegen das Projekt an das Oberste Bundesgericht in Brasilien zu senden.
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Wolfgang Max Burggraf
Dipl.-Theol., M.A. (Politologe)
Referent der Missionszentrale der Franziskaner e. V.
Albertus-Magnus-Str. 39
D-53177 Bonn
Fon (00 49 - 2 28) 9 53 54 19
mobil (00 49 - 1 60) 2 90 55 71
Fax +49 228 9535429
E-mail an Wolfgang Burggraf
Dom Luiz Cappio in Europa
Sao Francisco 2009 – Fluß, Recht und Leben
Ein breites Solidaritätsbündnis von Gruppen und Organisationen im deutschen Sprachraum freut sich auf den Besuch des Bischofs
Dom Luiz Flavio Cappio OFM im Mai 2009. Die
Freiburger Kantstiftung verleiht den Kant-Weltbürgerpreis 2009 an den Bischof. Während einer Rundreise wird er Kontakte zu politischen sowie kirchlichen Stellen suchen und mit Basisgruppen zusammentreffen. Im Netzwerk 'Sao Francisco 2009 – Fluss, Recht und Leben', das die Reise des Bischofs organisiert, kooperieren unter der Federführung der Missionszentrale der Franziskaner die Werke
Misereor,
Adveniat, die
Kant-Stiftung, der
Eine-Welt-Laden Hückelhoven e. V.,
KoBra und das
Kindermissionswerk.
Termine
Franziskaner im Hl. Land rufen zu Frieden auf
Gemeinsame Erklärung der Patriarchen und Kirchenoberhäupter in Jerusalem zur aktuellen äußerst besorgniserregenden Situation im Gazastreifen
Wir, die Patriarchen, Bischöfe und Kirchenoberhäupter von Christlichen Kirchen in Jerusalem verfolgen mit tiefer Besorgnis und Bedauern den im Gazastreifen gegenwärtig ausgebrochenen Krieg, die damit zusammen hängende Zerstörung, das Morden und Blutvergießen. Dies schockiert uns besonders in dieser Zeit, in der wir Weihnachten feiern, die Geburt des Königs der Liebe und des Friedens.
Wir bringen unsere große Sorge zum Ausdruck gegenüber dem wieder auflodernden Kreislauf der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern und dem weiter andauernden Fehlen von Frieden in unserem Heiligen Land. Wir verurteilen die anhaltenden Kampfhandlungen im Gazastreifen und alle anderen Formen der Gewalt und des Tötens auf beiden Seiten. Wir glauben, dass die Fortführung dieses Blutvergießens nicht zu Frieden und Gerechtigkeit führen wird, sondern mehr Hass und Feindseligkeiten hervorbringen wird - und auf diese Weise die Fortsetzung der Konfrontationen zwischen den beiden Völkern.
Wir fordern daher die Verantwortlichen beider politischen Seiten auf, zur Vernunft zurückzukehren und alle Formen von Gewalt zu unterlassen, da diese nur Zerstörung und Trauer verursachen. Wir halten die Verantwortlichen stattdessen an, daran zu arbeiten, ihre Differenzen mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln zu lösen.
Wir rufen auch die internationale Gemeinschaft auf, Verantwortung zu übernehmen und unverzüglich aktiv einzugreifen, das Blutvergießen und alle Formen der Konfrontation zu beenden. Wir rufen dazu auf, konzentriert und mit Nachdruck daran zu arbeiten, der gegenwärtigen Konfrontation ein Ende zu bereiten und die Ursachen für die Konflikte zwischen den beiden Völkern zu beseitigen und endgültig den israelisch-palästinensischen Konflikt mit einer gerechten und umsichtigen Lösung zu beenden, basierend auf der Grundlage der internationalen Beschlüsse.
An die unterschiedlichen palästinensischen Gruppierungen gerichtet, sagen wir: Es ist an der Zeit, die Spaltung zu beenden und Streitigkeiten beizulegen. Wir rufen alle Fraktionen auf, in dieser brisanten Zeit die Interessen der palästinensischen Menschen über parteiliche und persönliche Interessen zu stellen und unverzüglich nationale Aussöhnung anzustreben und alle gewaltfreien Mittel zu nutzen, um einen gerechten und umfassenden Frieden in der Region zu etablieren.
Abschließend richten wir unsere Gebete an das Kind in der Krippe, damit es die Autoritäten und Entscheidungsträger von beiden Seiten, Israelis und Palästinenser, dazu bewegen möge, unverzüglich aktiv zu werden und die gegenwärtige tragische Situation im Gazastreifen zu beenden. Wir beten für die Opfer, für die Verwundeten und Verzweifelten. Möge der allmächtige Gott all denen, welche geliebte Angehörige verloren haben Trost spenden und Geduld schenken. Wir beten für all jene, die in Angst und Schrecken leben. Möge Gott sie mit Ruhe und wahrem Frieden segnen.
Wir rufen alle Menschen auf, den kommenden Sonntag, 4. Januar 2009 als einen Tag der Gerechtigkeit und des Friedens im Land des Friedens zu begehen.
+ Patriarch Theophilos III, Griechisch-Orthodoxes Patriarchat
+ Patriarch Fuad Twal, Lateinisches Patriarchat
+ Patriarch Torkom II, Armenisch-Apostolisch-Orthodoxes Patriarchat
Fr. Pierbattista Pizzaballa, ofm, Kustodie des Hl. Landes
+ Anba Abraham, Koptisch-Orthodoxes Patriarchat
+ Erzbischof Swerios Malki Mourad, Syrisch-Orthodoxes Patriarchat
+ Abune Matthias, Äthiopisch-Orthodoxes Patriarchat
+ Erzbischof Paul Nabil Sayyah, Maronitisch-patriarchales Exarchat
+ Bischof Suheil Dawani, Episkopale Kirche Jerusalem und Mittlerer Osten
+ Bischof Munib Younan, Evangelisch-Lutherische Kirche Jordanien und Hl. Land
+ Bischof Pierre Malki, Syrisch-Katholisch-Patriarchales Exarchat
+ Bischof Youssef Zre’i, Griechisch-Katholisch-Patriarchales Exarchat
Fr. Raphael Minassian, Armenisch-Katholisch-Patriarchales Exarchat
Jerusalem, 30. Dezember 2008
Online veröffentlicht am 31.12.2008 um 09:55 Uhr
Weitere Informationen über die Präsenz der Franziskaner im Heiligen Land.
Einfluss nehmen auf Politik und Gesellschaft
Gerechtigkeit und Frieden ist nicht möglich ohne Veränderung
Gerechtigkeit und Frieden lassen sich nur herstellen, wenn auch die Menschen im Norden und Westen ihr Verhalten dauerhaft verändern. Die Missionszentrale setzt sich darum auch in Deutschland und Europa dafür ein, dass Geschwisterlichkeit, Solidarität und Fairness im politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Handeln jedes Einzelnen Geltung erlangen. Sie versucht darum auf vielfältige Weise, Einfluss zu nehmen....
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Fotoausstellung mt Bildern von Gleice Mere
Das Leben der Tupari-Indianer im brasilianischen Amazonasgebiet
Im Rahmen ihrer Mitarbeit im Koordinationskreis 'ILO-Konvention 169' hat die Missionszentrale der Franziskaner gemeinsam mit der brasilianischen Fotografin Gleice Mere eine Fotoausstellung zum Leben und zur Entwicklung des indigenen Volkes der Tupari zusammengestellt. Auf den folgenden Seiten (--> mehr) finden Sie Informationen zur Ausstellung. Unter 'Termine' finden Sie die Orte, wo die Ausstellung zu sehen ist.
Pressebericht zur Ausstellung in Fulda.
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Brief zur Lage der Menschenrechte in Mexiko
NRO besorgt über die Lage in Mexiko
Erneut haben sich deutsche Nichtregierungsorganisationen - u.a. die Missionszentrale der Franziskaner - mit einem Brief an den Präsidenten von Mexiko gewandt, um auf die Menschenrechtssituation in dem lateinamerikanischen Staat aufmerksam zu machen. Wir dokumentieren diesen Brief :
An den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Mexiko
Lic. Felipe Calderón Hinojosa
Sehr geehrter Präsident der Vereinigten Staaten von Mexiko,
wir wenden uns an Sie, weil wir über die gewalttätigen Entwicklungen in Oaxaca am 16. Juli 2007 bestürzt sind, über die auch in deutschsprachigen Printmedien und TV-Beiträgen berichtet wurde. Wir möchten Ihnen hiermit unsere Besorgnis hinsichtlich der Menschenrechtslage in diesem Bundesstaat ausdrücken.
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Bürgerkrieg in Uganda
Bundestagsausschuss diskutiert Lage in Norduganda
Der
Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages hat sich auf seiner Sitzung am 4. Juli in Berlin mit der Lage im Norden Ugandas beschäftigt. Dies geschah auf Anregung der Missionszentrale der Franziskaner, des Evangelischen Entwicklungsdienstes, Caritas International, des
NAD und des
ÖNZ. Im Norden des afrikanischen Staates tobte bis zum Spätsommer 2006 seit über 30 Jahren ein blutiger Rebellenkrieg zwischen Regierungstruppen und der Lord Resistance Army (LRA).
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Zur Lage der Menschenrechte in Mexiko / April 2007
Brief an Merkel, Calderón und Solana - Antwort von Bundeskanzlerin Merkel
Auf einer Menschenrechtskonferenz mit mexikanischen und europäischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Evangelischen Akademie Bad Boll wurde Ende April unter Beteiligung der Missionszentrale der Franziskaner ein Dokument in Form eines Briefes an
- den Präsidenten der Vereinigten Mexikanischen Staaten, Herrn Felipe Calderón Hinojosa,
- an die Vorsitzende des Europäischen Rates und Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Dr. Angela Merkel und an
- den Hohen Vertreter der Europäischen Union für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Herrn Javier Solana,
zur Menschenrechtlage in Mexiko verabschiedet. Dieses aufschlussreiche Dokument und die Antwort aus dem Bundeskanzleramt kann auf den folgenden Seiten nachgelesen werden.
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UN-Sondererichterstatter Stavenhagen in Berlin
Bundestag lehnt Ratifizierung der ILO-Konvention 169 ab
Auf Einladung der Missionszentrale der Franziskaner und des ILO169-Koordinationskreises war der UN-Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker, Rodolfo Stavenhagen, in der letzten Märzwoche in Berlin zu Gast. Anlass war die Debatte des Deutschen Bundestages über einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, in dem die Bundesregierung zur Ratifizierung der Konvention aufgefordert wird.
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