...warum wir Franziskaner und Franziskanerinnen uns eigentlich so sehr für die Ärmsten der Armen einsetzen, warum wir überall in den Armenhäusern dieser Welt präsent sind und warum wir den Notleidenden und den an den Rand Gedrängten ein Bruder oder eine Schwester sein wollen. Es ist, liebe Missionsfreunde, genau die Frage, die das Pfingstfest berührt, anläßlich dessen ich Ihnen heute diesen Brief schreibe.
Pfingsten. Sicher wissen Sie, was dieser Name bedeutet? Er leitet sich vom griechischen „pentekoste“, „der Fünfzigste“, ab. Wir feiern Pfingsten als Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu am fünfzigsten Tag seiner Auferstehung. Lassen wir die Pfingstbotschaft näher an uns und unseren Alltag heran, so wäre von jenem Heiligen Geist zu sprechen, der in die Welt kam, um in guten wie in schweren Tagen als Stimme in uns zu sein, die uns sagt: „Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
In dieser Gewissheit hat auch der hl. Franziskus gelebt. Deshalb sagt sein Biograph Celano: „Er wollte überhaupt, dass sein Orden den Armen und Ungebildeten, nicht nur den Reichen und Gelehrten zugänglich sei. „Bei Gott“, sprach er, „gilt kein Ansehen der Person, und der Heilige Geist, der der Generalminister des Ordens ist, ruht in gleicher Weise über Armen und Einfachen.“
In dieser Gewissheit leben die vom Beispiel des hl. Franziskus angeleiteten Brüder und Schwestern nun schon 800 Jahre lang. Auch heute sind sie getrieben und gestärkt durch den hl. Geist unter den Ärmsten der Armen anzutreffen.
Franziskaner und Franziskanerinnen wissen, daß ER bei ihnen ist, der Auferstandene, daß es Sein Geist ist, der sich ausgegossen hat über die Welt und über ihre Arbeit unter den Benachteiligten in allen Kontinenten.








