Über den Winter wollte ich dort einer Arbeit nachgehen und beim Skifahren Schnee und Freiheit riechen.
Nach einigen Tagen, mein Herz war verschlossen für die besinnliche Adventszeit, packte mich eiskalt und fiebrigheiß eine heftige Grippe, die mich über viele Tage ans Bett fesselte. Da lag ich nun, zuerst besinnungslos im Fieber und dann ohnmächtig im Schmerz des Alleinseins, am Heiligen Abend. In meiner kleinen Kammer gab es keinen Kerzenduft, keine Krippe, keine Weihnachtslieder, keinen Weihnachtsbaum, keine Geborgenheit und kein zartes, himmlisches Christkindgefühl beim Singen von „Stille Nacht, heilige Nacht“. Sogar das gemeinsame Gebet vor der Bescherung, auf das mein Vater, oft zum Leidwesen von uns ungeduldigen Kindern, so großen Wert legte, fehlte mir. Ich spürte, wie wichtig die Familie gerade an Weihnachten ist, denn in dieser Zeit ist das Alleinsein kaum zu ertragen.
Am frühen Silvesterabend hüllte ich mich, noch geschwächt von den Tagen zuvor, in wärmende Wolle, um in der Kälte vertrauensvoll nach weihnachtlicher Glückseligkeit zu suchen. Wie roch sie gut, jene Winternacht in den Bergen.
Mein Weg führte mich durch das verschneite Dorf zur kleinen Kirche, und ich hörte leise Klänge aus dem lichtvollen Inneren. Nahezu lautlos gelang es mir, die Kirchentür zu öffnen. Eine kleine Gruppe von Musikern schenkte in schlichter Einfachheit den wenigen Zuhörern mit ihrem weihnachtlichen Spiel Besinnlichkeit und Frieden. Eine Krippe auf Moos und Tannenzweigen säumte den Fuß des Weihnachtsbaumes, geschmückt mit Strohsternen und roten Kerzen.









