Bürgerkrieg in Uganda
Warum sich der Bundestag mit Uganda beschäftigte
(tms.0612) Dass sich die Franziskaner weltweit für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, ist allgemein bekannt. Dass sie mit dem Berliner Büro der Missionszentrale eine professionelle Vertretung am Sitz von Parlament und Regierung haben, ist vielleicht nur wenigen bewusst. Und doch passt dieses professionelle Eintreten für Gerechtigkeit in das Profil der franziskanischen Spiritualität - hatte sich doch schon der heilige Franziskus mit einem Schreiben an die Lenker der Völker gewandt und sie an ihre Verantwortung vor Gott und den Menschen erinnert.
Das Berliner Büro der Missionszentrale der Franziskaner erinnert die Lenker der Völker heute an aktuelle Konflikte und Krisen. Es setzt sich ein für die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte, für Friedensprozesse in Konfliktregionen und die notwendige Hilfe für Länder und Regionen, in denen Hunger und Not herrschen. Zu diesem Zweck lädt es immer wieder Franziskanerbrüder, Bischöfe und Fachleute aus aller Welt ein, um Abgeordnete und Ministerialbeamte aus erster Hand über die aktuelle Situation der Menschen in den Ländern des Südens und Ostens zu informieren. Gemeinsam mit anderen Organisationen wie Misereor oder dem Evangelischen Entwicklungsdienst, die ebenfalls über Vertretungen in Berlin verfügen, versucht das Büro, die politisch Verantwortlichen zum Handeln zu bewegen.
So auch im Fall Norduganda: Seit 20 Jahren bekämpfen sich im Norden Ugandas Regierungstruppen und die Lord Resistance Army (LRA) in einem blutigen Bürgerkrieg. Unter der beispiellosen Gewalt leidet vor allem die zivile Bevölkerung. Angehörige der LRA brennen Dörfer und Felder nieder, misshandeln Männer, vergewaltigen Mädchen und Frauen und entführen Kinder, um sie zu Kindersoldaten zu machen. Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden mehr als 10.000 Kinder verschleppt. Mehr als 1,6 Millionen Menschen wurden durch den Krieg entwurzelt, aus ihren Dörfern vertrieben und in Flüchtlingslagern zwangsinterniert. Die Regierungstruppen bieten der Zivilbevölkerung keinen effektiven Schutz und haben sich ebenfalls schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht. Bis zum Sommer 2006 hat keine Seite ernsthafte Bemühungen gezeigt, den Konflikt zu beenden.









