Bürgerkrieg in Uganda
Warum sich der Bundestag mit Uganda beschäftigte
Der Bürgerkrieg in Norduganda gehört zu den vergessenen Kriegen in unserer Welt. Angesichts dieser Realität hat sich die Missionszentrale vor einiger Zeit mit anderen Hilfswerken zusammengetan, die politischen Verantwortungsträgerinnen und –träger auf die Situation aufmerksam zu machen und zum Handeln zu bewegen.
Mit Briefen und mehreren Besuchen des Erzbischofs von Norduganda John B. Odama in Berlin wurden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages immer wieder über die Situation in Norduganda informiert. Wirkliches Aufsehen aber erregten die Aktivitäten der Ugandarunde, als der Filmemacher Oliver Stolz anbot, 'Lost Children', seinen Film über Kindersoldaten in Norduganda, für die Lobbyarbeit zur Verfügung zu stellen. Etwa zeitgleich wurde dieser beeindruckende Film auf Vermittlung der Missionszentrale der Franziskaner und Misereors im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und auf Vermittlung eines Alumniclubs der Freien Universität Berlin dem Bundespräsidenten gezeigt.
Die Filmvorführungen verfehlten ihre Wirkung nicht: Der Ausschuss war einhellig der Meinung, dass sich der Bundestag zur Situation in Norduganda positionieren sollte. Unter Beteiligung der Ugandarunde wurde ein Antrag für den Bundestag formuliert, der in großen Teilen die Position der Hilfswerke wiedergab und im Juni 2006 vom Deutschen Bundestag debattiert und von allen Fraktionen des Deutschen Bundestages verabschiedet wurde. Dass Opposition und Regierung hier an einem Strang zogen, ist in Zeiten der Großen Koalition ungewöhnlich.
Inzwischen haben Rebellen und Regierung in Norduganda Friedensverhandlungen aufgenommen. Inwieweit der Antrag des Bundestages eine Rolle gespielt hat, lässt sich abschließend nicht sagen. Er kam auf jeden Fall in einem günstigen Moment. Auch wenn die Flüchtlinge in großer Zahl inzwischen wieder in ihre Dörfer zurückkehren, ist der Frieden nicht gesichert. Immer wieder kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen, die die Friedensverhandlungen gefährden. Die Arbeit der Ugandarunde und des Berliner Büros der Missionszentrale der Franziskaner in dieser Sache ist noch nicht beendet.









