Rheinpfalz vom 16. Mai 2006
Eindringlichkeit im ganzen Gotteshaus
Unter der Leitung von Barbara J. Lins gaben junge Tänzer und Musiker der von Eva-Maria Keller als KLara von Assisi und Patrik Tavanti, dem "Anwalt der Erde" gesprochenen Wort Gestalte in Tanz und Musik. Dazu nutzte das Esemble "Exodus" den gesamten Raum des Gotteshauses, trat zunächst heraus aus den Kirchenbänken in den Mittelgang, um sich von dort aus den ersten Altarstufen zu nähern.
Klara - im Büßergewand - zitierte den Heiligen Franz von Assisi, mit dem sie sich Zeit ihres Lebens verbunden fühlte: "Es muss irgend jemand gegen den Hass lieben." Die Fragen des Anwalts der Erde jedoch wollen die Menschen unserer Zeit treffen. So wurden die Zuschauer immer näher an das Stück herangeführt, fast mit gezogen. Der Dynamik der Auseinandersetzung verliehen die beiden Musikgruppen "opera nova" und "Sax n´ drums" ihre musikalische Stimme, die sich eindringlich ins fast Unerträgliche steigerte.
Diese sensible Kombination von Tanz, Musik und Wort in der Auseinandersetzung um Befreiungstheologie und Mystik bot sowohl den Blick in eine andere als auch in die reale Welt voller Hoffnung und Schmerz. Besonders beeindruckend gelang die Brücke in der choreographischen Darstellung der Huren, die sich am Ende erhoben gegen Hass und Unterdrückung.
Der "Tanz der Steine" trug die Besucher akustisch wie visuell in eine Welt, der "weder Tier- noch Menschenleben heilig" sind. Hektik und Rastlosigkeit machten sich breit im Altarraum des Kaiserdoms.
Musikalisch und tänzerisch äußerst präsent wurde die Bedrohung der Erde durch Umweltzerstörung und Unmenschlichkeit deutlich,
Verstrickungen wurden fast unlösbar. "Gott ist die Hoffnung der Armen", rief Klara. Und schon befreiten sich die Tänzer aus den Netzen und folgten der Verheißung.
"Wir sind die Vision und die Wirklichkeit von morgen", mahnte der Anwalt abschließend zur Umkehr.
Ellen Korelus-Eruder







