Unser Leitbild:
Von den Anfängen des Christentums bis zum 13. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung gab es nur ein Modell für gottgeweihtes Leben (Ordensleben) und zwar das Benediktinische (mit all seinen reformatorischen Abwandlungen). Tägliche Schriftlesung, körperliche und geistige Arbeit und liturgische Feier sind die drei Säulen, auf denen der geregelte Tagesablauf sich abspielt.
Franziskus von Assisi entdeckt nach Jahren der Suche eine neue Lebensform, die er und seine ersten Begleiter mit großer Mühe von der päpstlichen Autorität im Jahre 1209 bestätigt bekommen. Sein Anliegen ist es, einfach das Evangelium unter den Menschen zu leben, glaubwürdiges Zeugnis zu geben von der grenzenlosen Liebe Gottes, Schöpfer aller Dinge und Geber aller guten Gaben.
Wird die benediktinische Lebensform von der Zurückgezogenheit in einem Kloster und der lokalen und an die Gemeinschaft gebundene Stabilität (stabilitas loci) geprägt, bekommt bei Franziskus die Begegnung mit den Menschen auf der Straße und die daraus entstehende Beziehung zentralen Stellenwert. Folglich kommt es zu einer Dynamik nicht nur der Weltzugewandheit, sondern auch der Teilnahme am Leben der Menschen und am alltäglichen Geschehen.
Die Lebensgeschichte des Franziskus von Assisi setzt sich aus einem Aufeinanderfolgen von Begegnungen und Beziehungen zusammen. Nach diesem Vorbild setzen sich Franziskaner und Franziskanerinnen in allen Teilen der Welt für eine gerechte und geschwisterliche Welt ein.









