Am 11.5.2007 wurde während der feierlichen Messe auf dem Marsfeld in São Paulo, Brasilien, der Franziskanerpater Antonio de Santana Galvão von Papst Benedikt XVI, heiliggesprochen.
Für viele hundertausend Gläubige auf dem Militärflughafen von São Paulo, ja für das ganze brasilianische Volk, war dieses Ereignis von besonderer Bedeutung. Der neue Heilige der katholischen Kirche ist nämlich der erste Brasilianer der durch die Heiligsprechung dem gläubigen Volk in aller Welt als Lebens- und Glaubensmodell geschenkt wurde.
wurde 1739 in Guaratinguetá geboren, nur einige wenige Kilometer von Aparacida entfernt, wo der Papst am Sonntag den 13.5. die Versammlung der lateinamerikanischen Bischöfe eröffnet hat. Diese Versammlung wird mit großer Spannung erwartet, denn von ihr sollen ja neue Impulse für die ganze katholische Kirche Lateinamerikas für die nächsten Jahre ausgehen. Wie wichtig diese Versammlung ist, besagt schon der einfache Hinweis, daß mehr als die Hälfte der katholischen Christen in Lateinamerika leben.
Im Jahre 1760 trat der neue Heilige in den Franziskanerorden ein. Sein Leben spielte sich fast ausschließlich in der Stadt São Paulo ab. Er war Lehrer, Prediger, Beichtvater und Pförtner (das war damals eine wichtige Aufgabe wegen des Kontaktes mit der Außenwelt). Schließlich wurde er auch mit der Fürsorge frommer Frauen, die sich zum gemeinschaftlichen Leben zusammengetan hatten, betraut. Für sie entwarf und baute er ein Kloster (das wegen seiner architektonischen Schönheit zum Kulturerbe der Menscheit durch die UNESCO erhoben wurde). In diesem Kloster verbrachte er seine letzten Lebensjahre – er starb am 23.12.1822 - und wurde auch dort begraben.
P. Stephan Ottenbreit konnte, wie bereits erwähnt, schon bei der Seligsprechung am Papstaltar konzelebrieren. Nun hatte er die Gelegenheit, die Übertragung der Papstmesse durch das Bayerische Fernsehen und die Heiligsprechung von Pater Antonio de Galvão zu kommentieren. Für die Missionszentrale der Franziskaner ist das eine besondere Ehre. Nicht nur weil ein weiterer Mitbruder zur Ehre der Altäre erhoben wurde, sondern weil vor allem wieder ein Apostel der Nächstenliebe uns daran erinnert wie wichtig es ist, unseren Glauben durch Gesten der Liebe, der Hilfe, des Teilens, der Zuwendung und der Hoffnung, konkret und spürbar werden zu lassen.









