Auftrag
Mittelalterlicher Macher und Provokateur – das Leben und Wirken des Franziskus von Assisi würde man im heutigen Sprachgebrauch als Mischung aus unkonventionell und innovativ bezeichnen. Einem tiefgreifenden Bruch mit den weltlichen Konventionen und all ihren Verpflichtungen aber auch mit den gängigen Verhaltensregeln der Ordensgemeinschaften folgte die jahrelange Suche nach einer neuen Lebensform. Franziskus war offen, kommunikativ und naturverliebt – damit provozierte er das Italien des 13. Jahrhunderts. Trotz vieler Rückschläge wurde sein Weg schlussendlich aber auch von der päpstlichen Autorität bestätigt (1209).Was aber hat ihn so anders gemacht? Sein zentrales Anliegen klingt fast schon unspektakulär: Er wollte das Evangelium unter den Menschen leben und die grenzenlose Liebe Gottes damit bezeugen. Das kurze Wort „unter“ macht hier den „Unter“schied. Denn bislang lebten Glaubensgemeinschaften in ihren Klöstern zurückgezogen vom weltlichen Leben mit all seinen Herausforderungen und Problemen. Und dann kam dieser junge Mann, der auf spektakuläre Art öffentlich mit seiner Familie gebrochen hat, um sich offen den Menschen zuzuwenden und an ihrem Leben teilzuhaben – im Dialog und solidarisch.
Im Laufe von mehr als 800 Jahren hat Franz von Assisi viele Männer und Frauen inspiriert.
Nach seinem Vorbild setzen sich Franziskaner und Franziskanerinnen in allen Teilen der Erde für eine gerechte und geschwisterliche Welt ein. Denn: Nur wer die Nöte und Sorgen kennt, kann diese lindern.

