Schule unter freiem Himmel
Die Franziskanerinnen leiten in Aquin, einer Kleinstadt im Süden von Haiti, die einzige Schule der Stadt. Zum Glück wurde Aquin vom Erdbeben kaum getroffen und es gab keine Verletzten oder Toten. Doch in den Tagen nach dem großen Beben setzte der Strom von Flüchtlingen aus der Hauptstadt ein, womit die meisten Familien hoffnungslos überfordert sind. Es kommen nicht nur die direkten Familienangehörigen, sondern auch entfernte Verwandte und Freunde.
Kinder und Jugendliche sind in großer Zahl unter den Flüchtlingen und sie tun sich schwer, das Trauma des Erdbebens zu verarbeiten. Ein wichtiger Schritt dabei ist die Wiedergewinnung einer gewissen Normalität des Lebens, wozu vor allem der Schulbesuch gehört. Deshalb hat die Schule in Aquin begonnen, möglichst alle Kinder und Jugendlichen, die aus Port-au-Prince gekommen sind, in ihre Schulklassen zu integrieren.
10 Tage nach dem Erdbeben in Chile
Der Franziskaner P. José Miguel berichtet von seinem Besuch in Concepción
„Heute (3. März) bin ich um 02:20 Uhr zusammen mit Bruder Salvador von Santiago aufgebrochen, um in die besonders stark betroffene Stadt Concepción zu fahren und unsere Brüder dort zu besuchen, ihnen Hilfe anzubieten und sie auch moralisch zu unterstützen. Die Straße, die früher eine Autobahn war, ist auf der Höhe der Städte San Javier und Parral komplett zerstört. Man muss ganz vorsichtig und langsam fahren und so brauchten wir für dieses Stück von 25 km über zweieinhalb Stunden. Concepción erreichten wir deshalb erst nach 11 Stunden Fahrt um 13:30 Uhr.Die Situation der Stadt ist noch immer dramatisch. Die meisten Häuser und Gebäude sind beschädigt oder zerstört, überall liegt Müll oder Schutt, die Straßen sind kaputt, weitere materielle Schäden an den Geschäften und Häusern wurden durch Banditen und Plünderer verursacht. In der ganzen Stadt gibt es noch keinen Strom, Wasser fließt nur in einigen wenigen Stadtvierteln. Die Hilfe kommt nur langsam an.
Erdbeben in Chile
Nachricht des Franziskaner-Provinzials P. Rogelio Wouters ofm
„Liebe Schwestern und Brüder,
ich danke Ihnen herzlich für Ihr Mitleiden mit unserem chilenischen Volk. Es tröstet uns wirklich, sich mit Ihnen brüderlich verbunden zu fühlen … Viele unserer chilenischen Mitmenschen leiden entsetzlich, beweinen ihre Toten, haben alles verloren und brauchen jetzt Wasser, Nahrung und ein Dach über dem Kopf. An einigen Orten helfen sich die Nachbarn mit beispielhafter Solidarität.
Allen Mitbrüdern geht es, abgesehen vom Schrecken, gut. Einige sind entmutigt wegen der Zerstörung. Sie spüren Angst und Ohnmacht bei der Frage: ‚Und was jetzt?’ …“ Mehrere Häuser und Einrichtungen der Franziskaner sind so stark beschädigt, dass sie vermutlich abgerissen werden müssen.
Neuer Freiwilligenkurs bereitet sich auf Dienst im Ausland vor
Fröhliches Treiben herrschte beim ersten Wochenendseminar des neuen Freiwilligenkurses von 26.- 28. Februar in der Missionszentrale in Bonn. Dreizehn junge Leute aus ganz Deutschland trafen sich, um sich auf ihren Auslandseinsatz vorzubereiten.
Die zahlreichen Fragen der Teilnehmer wurden sowohl in den Projektvorstellungen als auch in interessanten Vorträgen und offenen Fragerunden beantwortet. Elemente der franziskanischen Spiritualität und Gottesdienst gehörten ebenso zum Programm wie eine bewegende, für den einen oder anderen auch herausfordernde Reportage über Höhen und Tiefen des Aufenthaltes in einem fernen Land.
Bis zur Ausreise im August müssen die Freiwilligen noch einen intensiven und vielfältigen Vorbereitungsprozess durchlaufen.

