Grüne Reihe
Diese Quartalsschrift dokumentiert und reflektiert politisch-spirituelle Fragestellungen und Ereignisse sowie deren Herausforderungen für ein solidarisches Engagement. Durch die Übersetzung von Originalbeiträgen aus den Ländern des Südens trägt sie dazu bei, die Realität der Armen und kulturell Anderen kennenzulernen und zu verstehen.
Für einen gerechten Umgang mit Geld
Was bringt die Missionszentrale der Franziskaner zu einem solchen Thema?
„Franziskaner“ signalisiert zuallererst etwas anderes: Am Beginn steht Franziskus von Assisi mit seiner radikalen Armut; seine Bruderschaft wird zu den Bettelorden gezählt;die Brüder leben in Gütergemeinschaft ohne persönliches Eigentum. Wer käme da auf die Idee, gerade bei diesem Orden finanzielle Kompetenz zu vermuten oder gar Beratung für Geldanlagen nachzufragen!?
Nicht erst mit den international erfahrenen Verwerfungen auf den Finanzmärkten und in nationalen Bankgeschäften stellt sich die Frage nach einer verantwortlichen und sicheren Praxis des Handelns mit Geld. Diese Frage bewegt derzeit aktuell und intensiv.Die Antwort interessiert inzwischen nicht mehr bloß Nischenanleger mit ökologischer und ethischer Sensibilität. Diese waren und sind Vorreiter einer Lebenshaltung, bei der Gewinn und Verlust eine menschlichere Wertung zugemessen wird.
Herausforderung China
Trotz Finanzkrise sind die deutschen Exporte nach China im Jahr 2009 um 7% gestiegen, während die deutschen Gesamtausfuhren in diesem Zeitraum um 18,4 % zurückgingen. [1] Viele Deutsche tragen Kleidung oder benutzen Geräte aus chinesischen Fabriken, oft sogar ohne es zu wissen. In den Medien wird China mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Obwohl das Interesse an diesem Land immer weiter wächst, bleibt das Bild von China in der westlichen Öffentlichkeit außerordentlich widersprüchlich. „Herausforderung China“ ist daher der Titel dieser Ausgabe der Grünen Reihe. In diesem Titel soll einerseits die Faszination widerklingen, welche „das Reich der Mitte“ auf viele unserer Mitmenschen hat. Andererseits soll der Titel nicht die Schwierigkeiten Chinas in Bezug auf Menschenrechte und Religionsfreiheit unter den Teppich kehren.
[1] Quelle: Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung 111. vom 22.3.2010.

