Frieden ist ein Fremdwort für kolumbianische Kinder
Kinder zu Killern zu machen ist einfach: man muss in ihnen zerstören, was sie kennen. Jeden Tag kämpfen Kinder augenblicklich in zwei von drei Kriegen. Sie sind gezwungen, das Undenkbare zu tun.
Ob sieben oder siebzehn, Junge oder Mädchen, Kindersoldaten sind unvorstellbarem Grauen ausgesetzt. Mitten in den Schusslinien lebt jedes dieser Kinder in der völligen Katastrophe. Traumatisiert sind sie davon, andere Menschen sterben zu sehen, selbst zu töten und von der Gefahr zu sterben. Und mit der Zeit, mit den Drogen, mit dem Trauma und den eingebleuten Phrasen wird diese Welt der Zerstörung ganz normal. Alpträume, Panik, Halluzinationen und Erinnerungen verfolgen die überlebenden Kinder und Jugendlichen.
Solidarität mit den im Glauben Verfolgten
In der Hand eine schmale weiße Kerze. Ihr Licht funkelt in den ernst entschlossenen Augen einer Franziskanerin. Neben und hinter ihr weitere Frauen – alle tragen das Licht einer Kerze. Sorgenvoll, fordernd, bestimmt, mutig sind ihre Gesichter. In Brusthöhe halten sie weiße Transparente mit dicker schwarzer Aufschrift:
„STOP VIOLENCE AGAINST CHRISTIANS“ - „Stoppt die Gewalt gegen Christen“.
Kein Laut und kein Leise ist zu hören. Stille. Es ist ein stiller Protestmarsch von friedvollen mutigen Frauen. In vorderster Reihe eine Franziskanerin und weitere in der Menge.
Vier Gute Gründe und eine Tasse Kaffee
Vom Tahrir-Platz bis zur Wallstreet, in unseren Wohnzimmern und in den Hütten und Bretterverschlägen an anderen Orten, die Welt verändert sich. Probleme und Lösungen haben zunehmend globale Auswirkungen.
Wir alle brauchen nachhaltige, andauernde Partner und Helfer, aus deren Kraft heraus die Veränderungen im Sinne der Schöpfung weiter wachsen können. Dies, damit die Kinder nachfolgender Generationen nicht in eine bedrohlich dunkle Welt geboren werden, in der sie aufwachsen müssen. Wir tragen die Verantwortung für einen gewissenhaften, würdevollen Umgang mit allen Geschöpfen und dem harmonischen Zusammenleben mit und in der Natur. Da sind große Veränderungen im Gange und jeder einzelne von uns muss sich entscheiden, in welche Richtung er sich bewegen will.
'Noch sterben keine Kinder...'
Geschichten, die vom Hunger erzählen, aber noch nicht von Toten. Das lesen wir von unseren Franziskanerinnen und Franziskanern aus der Sahelzone im Westen Afrikas. Sie erzählen von Kindern, die bei der letzten Dürre vor drei Jahren noch zu klein waren und jetzt nicht verstehen, warum ihre Mütter aufgehört haben zu kochen. Von Müttern, die nicht mehr stillen können und aus der letzten Hirse einen dünnen Brei mit Wasser und wenig Ziegenmilch rühren, um ihren Kindern wenige Löffel davon zu füttern. Der Boden, auf welchem die Hirse schon hätte geerntet werden sollen, ist staubtrocken. Die Ziege ist so dürr, dass sie nur noch Tropfen von Milch gibt.
'Eine behütete Kindheit kennen sie nicht...'
Ein kleines Mädchen mit einem bunten Kopftuch, einem voluminösen Faltenrock in einem Grün so leuchtend, wie die Blätter der Bäume im Frühling. In der linken Hand ein geflochtenes Körbchen, in der rechten einige bunte Armbänder, geknüpft von ihrer Mutter und ihren Schwestern. Ihr Blick ist schüchtern, ernst, bittend, hilflos. Hoch oben in den Felsen der Barranca del Cobre, Mexikos weltberühmter Kupferschlucht, steht sie jeden Tag und wartet auf Touristen, die hoffentlich kommen werden, um ihr Zuhause zu besichtigen, ein Haus, in die Höhle eines Felsens gebaut. Ein Fluch und zugleich die einzige Überlebenschance für sie und ihre große Familie.
"Eine Besonderheit ist ihr Name ..."
Kenia ist ein Traum! Endlos tropische Strände, türkises Wasser, azurblauer Himmel, unzählbare Palmen, grünes Hochland, rote Erde. Das Land ehrfurchtgebietender Weite der Halbwüsten und Savannen und der ewig schneebedeckten Gipfel des Mount Kenia, an dessen Fuß sich unzählige Tierarten tummeln. Wenn Millionen von Flamingos die riesigen Binnenseen bevölkern, färben sie diese in ein Meer von Rosa.
Dann die extremen Gegensätze: Nackte Armut, ein Inferno im Paradies. Wir wissen um die andere Seite, die Kenia bluten lässt. Rücksichtslose Korruption, rohe Gewalt und dunkles Elend. Aber auch dort gibt es Liebenswertes, wie mir Schwester Caroline aus Kisumu berichtet:
"Den Kindern dieser Welt Schutz geben …"
"Überrumpelt hat mich in den ersten Tagen dieses mit gemischten Gefühlen erwarteten Jahres 2012 ein Bericht im Fernsehen über Kinder und deren Spielplätze der anderen Art.
Ich weiß nicht, wie es ist für diese Kinder. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, so zu leben. Ich weiß nur, dass das nicht sein darf. Ihr Zuhause sind die großen Müllhalden dieser Welt. Sie wohnen dort. Ein Junge spielt mit seinen Freunden Verstecken in einem Meer von Müllbergen. Sein kleiner Bruder liegt eingebettet im Gestank vollgestopfter Säcke mit altem vergammelten Plastik, mit gefährlichem Elektroschrott, mit Unrat, den keiner mehr haben will.

