Liebe Missionsfreunde, - Missionszentrale der Franziskaner

das Hilfswerk - für die würde der Menschen - weltweit
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Liebe Missionsfreunde,

„Träume sind unser Wasser auf dem Weg zum Ziel“.
Dieser Gedanke von Schwester Vera aus Rio de Janeiro inspiriert mich. Ebenso ihre Tatkraft, mit welcher sie die Kinder aus der Dunkelheit der Favelas holt und ihnen in der Verwirklichung ihrer Träume beisteht. Ohne Wasser können wir nicht leben, ebenso wenig wie wir ohne Träume das Leben erfüllt erleben können. Um unsere Träume zu verwirklichen, brauchen wir alle Fürsorge und Hilfe unserer Mitmenschen. Wir brauchen Begegnungen, die uns neue Möglichkeiten eröffnen, und Menschen, die uns zur Seite stehen, uns bestärken und uns vertrauen. Dann können wir die Kraft und den Mut aufbringen, vielleicht längst vergessen geglaubte Träume wiederzufinden und diese zu unserem Lebensziel werden zu lassen.

Indem wir in liebevoller Fürsorge füreinander finden, was wir suchen, sind wir keine zersplitterte Ansammlung von Einzelwesen mehr. Wir wachsen zusammen zu einer großen „Gemeinschaft Mensch“, in der wir alle miteinander verbunden sind.

Ich stelle mir den kleinen Juan vor, wie er zwischen dem Lachen und Weinen eines entbehrungsreichen Alltags sein Ziel verfolgt. Was für eine Kraft besitzt er mit seinen elf Jahren bereits. Sie wird ihm helfen, seinen Traum wahr werden zu lassen, einmal Bauer zu sein, auf dem Land zu leben zwischen Tieren, Getreide, Gemüse und viel Arbeit, zufrieden und in Würde. Wir haben die Möglichkeit, ihn in Fürsorge dabei zu unterstützen. Damit werden wir zu Brückenbauern und schaffen eine Verbindung zwischen seinem und unserem Leben. Diese Verbindung zu unseren Mitmenschen kann ein Traum sein, der sich zu leben lohnt.

Marcela aus Kolumbien ist eine junge Frau, deren Träume, betäubt und begraben unter dem gewaltigen Schmerz der Erniedrigung, erloschen scheinen. Sie wird gemeinsam mit anderen Mädchen und jungen Frauen, die so früh schon unvorstellbare Grausamkeiten erduldet haben, Zeit brauchen, um ihre Träume wiederzufinden. Die Jüngste unter ihnen ist drei Jahre alt. Ausgesetzt, armselig in Lumpen gewickelt und dem Hungertod nahe, fanden die Franziskanerinnen sie vor ihrer Tür. Die meisten sind Opfer von Menschenhandel, Misshandlungen und Vergewaltigung. Jetzt sind alle 40 Mädchen in guten Händen. Bei den Franziskanerinnen erhalten sie neben Fürsorge und Zuwendung eine schulische und berufliche Ausbildung, um dann, wenn sie das Waisenhaus verlassen, selbstbewusst ein eigenes würdevolles Leben aufbauen zu können. Diese Würde und eine bessere Zukunft können sie später an ihre Kinder weitergeben. Damit dies gelingen kann, brauchen die Franziskanerinnen für die Mädchen unsere Hilfe. Auch hier können wir tatkräftig zur Seite stehen.

Sie will lesen und schreiben lernen. Maleikas Welt ist geprägt von harter Arbeit, die ihr keine Möglichkeit lässt, Kind zu sein. Ihre Eltern hat sie sehr früh an Aids verloren. Sie war zu klein, um sich daran zu erinnern, wie ihre Mutter roch, wie sie sich anfühlte, was es bedeutet, sich in ihren Armen geborgen zu fühlen. Sie möchte die Schule besuchen, doch leider hat sie in der Großfamilie, in der sie lebt, weder ein Recht darauf noch darf sie Ansprüche stellen. Es sind keine Mittel da. Während andere in Hefte schreiben, trägt sie schwere Wasserkanister über die staubige heiße afrikanische Erde. Während andere in Büchern lesen, wäscht sie deren Wäsche, während sich anderen neue Welten öffnen, bleibt sie eingesperrt in ihrer tiefen Sehnsucht nach dem scheinbar Unmöglichen. Mit der Tatkraft von Schwester Esther und unserer gemeinsamen Unterstützung könnten Maleika und 21 weitere Waisenkinder in Tansania Hefte, Bücher, Stifte erhalten und die Schulgebühren finanziert bekommen. Dann werden Träume wahr, die weiter reichen als wir zu verstehen vermögen.

Liebe Missionsfreunde, wir können als Brückenbauer, ganz im Sinne des hl. Franziskus, all diesen Kindern, den Frauen und Männern, die in erdrückender Not ihr tägliches Leben meistern, zur Seite stehen. Jeder einzelne von uns kann dazu beitragen, eine in Fürsorge miteinander verbundene Menschheit zu schaffen, in der jedes Kind, jede Frau und jeder Mann in einer wirklich menschenwürdigen Umgebung lebt. Dies sehe ich als meinen Traum und als unsere gemeinsame Aufgabe.

Für Ihre Großherzigkeit im Streben nach einer besseren Welt danke ich Ihnen von Herzen und bitte Sie: „Bleiben Sie an unserer Seite.“

Ihr
P. Claudius Groß, ofm

Missionsbrief Januar 2012

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