„Die Basisgemeinden – Hoffnung für eine sich erneuernde Welt“
„Die Basisgemeinden – Hoffnung für eine sich erneuernde Welt“
Mit dieser Überzeugung waren Vertreterinnen und Vertreter von Basisgemeinden aus dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent und aus der Karibik nach Santa Cruz de la Sierra in Bolivien gekommen. Dort versammelten sich die 170 Frauen und Männer vom 1. bis 5. Juli 2008 zum VIII. Gesamtkontinentalen Treffen, um sich in Gesprächsgruppen und Plenarien, Liturgie, Gebet und Fest über ihre Erfahrung vom Leben und Wirken der Basisgemeinden auszutauschen. Überraschend klar wurde schnell erkennbar, wie sehr alle beflügelt vom Ereignis „Aparecida“ (der letzten Generalversammlung der Bischöfe aus Lateinamerika und der Karibik 2007) und den neuen gesellschaftlichen Prozessen in verschiedenen Ländern (u.a. Wahl des ehemaligen Bischofs und Basisgemeinde-Mitglieds Fernando Lugo zum Präsidenten von Paraguay) von einer widerständigen und kreativen Hoffung lebten. Weder die Gewalttätigkeit der neoliberalen Globalisierung mit ihren menschenmörderischen und naturzerstörenden Wirkungen noch der Rückfall der Gesamtkirche in die von Rom beherrschte Zentralisierung mit den spürbaren Auswirkungen in vielen lateinamerikanischen Bistümern vermögen sie zu verwirren. Im Gegenteil: Die Vertreterinnen und Vertreter der Basisgemeinden waren sich einig in dem entschiedenen Willen, an einer neuen gesellschaftlich-politisch-ökologischen Ordnung mitzuwirken, indem sie die Solidarwirtschaft fördern und durch Vernetzung politisch aktiv auf die gesellschaftlichen Prozesse Einfluss nehmen. Als Basisgemeinden werden sie auch die notwendige „pastorale Umkehr“ der Kirche und ihre „Erneuerung“ (Dokument Aparecida Nr. 366-367) entschieden betreiben. Als europäischer Gast zu diesem Treffen geladen habe ich mir gewünscht, der Geist dieser Entschiedenheit in politischer und kirchlicher Hinsicht möge auch die Christinnen und Christen in Europa erfassen. Sie sollten dem „verbrecherischen“ Einwanderungsgesetz der Europäischen Union widersprechen und der schleichenden Aufkündigung des II. Vatikanischen Konzils in der Kirche öffentlichen Widerstand entgegen setzen.
Norbert Arntz










