Untergang eines Paradieses
Kupfer- und Goldabbau bedroht eine ganze Insel in Indonesien - Teil 3
Es ist zu erwarten, dass sich die Insel im Laufe der Jahre in eine Wüstenlandschaft verwandelt, auf deren Boden nichts mehr wächst. Riesige Landflächen werden für die Deponierung von Giftmüll in großen Becken oder von giftigen Schlacken auf Abraumhalden gebraucht, die beim Kupferabbau anfallen und die mit giftigen Chemikalien und Schwermetallen belastet sind. Wie schon anderswo geschehen, ist zu erwarten, dass austretende Säuren, Schwefeldioxid, Arsen, Blei und Cadmium in die Abwässergelangen, von dort in den Boden und schließlich in die Nahrungskette. Besonders beim Goldabbau wird das hochgiftige Zyanid eingesetzt, das im Wasser schlagartig alles Leben töten kann. Bei der Kupferverhüttung entsteht giftiges Schwefeldioxyd sowie durch die Brennmaterialien Kohle und Gas in großen Mengen Kohlendioxid.
Für den Kupfer- und Goldabbau braucht man zudem viel Wasser, obwohl auf dieser Insel das Süßwasser ohnehin nur begrenzt vorhanden ist. Die Süßwasservorkommen werden damit gravierend geschädigt.
Die genannten Gifte, die durch Wasser und Boden in die Nahrungskette gelangen sowie der Feinstaub, der bei der Kupfergewinnung anfällt, werden voraussichtlich die Gesundheit der Inselbewohner und aller Lebewesen nachhaltig schädigen (Erkrankungen der Atemwege, Leberschäden oder Krebs etc.). Dies ist vor allem auch deshalb zu befürchten, weil strenge und teure Umweltschutzauflagen, wie sie in Europa herrschen, auf einer fernen Insel im Indischen Ozean nicht beachtet werden müssen.
Mit Ausnahme der Lokalpolitiker sind die Dorfgemeinschaften über alle weltanschaulichen Unterschiede hinweg einmütig gegen das Bergbauprojekt. Sollte ein Konflikt zwischen Christen und Muslimen, die die Mehrheit auf der Insel stellen, entstehen oder ein Konflikt künstlich zwischen ihnen geschürt werden, könnte die Regierung diesen als Vorwand für eine militärische Intervention nutzen. Dies würde die Menschen in ihrem Widerstand gegen das Projekt schwächen. Ein in Wahrheit wirtschaftlicher Konflikt geriete dann zusätzlich zu einem religiösen Konflikt und könnte vom wirtschaftlichen Problem ablenken.
Nun wird nach Lösungen in diesem Konflikt gesucht, in dem kurzsichtiges Profitstreben in Zukunft eine Insel und ihre Bewohner zerstört. Die Franziskaner sollen vermitteln. Für sie sind Lösungen nur in franziskanischem Geist möglich. Sie gehen einen anderen Weg.













